Informationen für Nutztierhalter und Behörden ...
... stellt die Landesanstalt für Landwirtschaft im Internet sowie in der Broschüre "Was tun bei einer Rückkehr von Luchs, Wolf und Bär?" zur Verfügung.

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Ausgleichszahlungen für den Luchs im Detail
Begutachtungen, bestätigte Luchsübergriffe und die Höhe der Ausgleichszahlungen in den Jahren 1998 bis 2013 ...

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Der seit 1998 bestehende Luchsfonds ist abgelöst

Der Luchsfonds ist Ende 2009 in den "Ausgleichsfonds Große Beutegreifer" überführt worden, um bei Übergriffen von Luchs, Wolf und Bär auf Nutztiere dem Eigentümer den entstandenen Schaden zu kompensieren.

Der Ausgleichsfonds wird von der Trägergemeinschaft aus BN, LBV, WWF und Wildland-Stiftung verwaltet. Diese vier Verbände stellen 20% des Fondsbetrags von 30.000 EUR, 80% davon wird aus dem Topf des Bayerischen Naturschutzfonds gezahlt.

Die Ausgleichszahlungen sind wie schon beim Luchsfonds freiwillig. Ein Rechtsanspruch auf einen finanziellen Ausgleich besteht nicht, da der Staat grundsätzlich nicht für Schäden haftet, die durch wildlebende Tiere verursacht werden. Um Konflikte abzumildern, die bei Übergriffen auf Nutztiere entstehen können, wird aber das Kompensationssystem nach Vorbild des Luchsfonds weitergeführt.

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat dazu Informationen für Nutztierhalter und Behörden herausgegeben. Insbesondere sind darin Schutzmaßnahmen und Ausgleichssätze aufgeführt und das Vorgehen bei Schadensfällen beschrieben.

Sachverständige Begutachtung

Um Ausgleichszahlungen für Übergriffe von Luchs, Wolf und Bär auf Nutztiere leisten zu können, ist eine fundierte und sachverständige Begutachtung der gemeldeten Vorfälle unabdingbare Voraussetzung.

Hierzu wurde das so genannte"Netzwerk Große Beutegreifer" (NGB) aufgebaut. Dessen Mitglieder rekrutieren sich zum großen Teil aus den ehemaligen Luchsberatern, die bisher die Begutachtung von Luchsrissen übernommen haben. Sie sichten die Fälle vor Ort und dokumentieren diese in standardisierter Art und Weise.

Bei Verdachtsfall stimmen sie sich mit der Koordinationsstelle des Ausgleichsfonds ab, die wiederum veranlasst, dass der Tierkörper von einem Amtstierarzt in der zuständigen Tierkörperbeseitigungs-anstalt (Plattling oder Walsdorf) auf Todesursache und typische Rissmerkmale hin untersucht wird.
 

Bestätigt sich aus der Zusammenführung von der Erstdokumentation (Spurensicherung vor Ort) und der Zweitdokumentation des Amtstierarztes der Luchs-(Wolf- / Bär-)verdacht, zahlt die Trägergemeinschaft dem Eigentümer einen je nach Nutztierart, Alter und Geschlecht unterschiedlichen Betrag aus, der im Voraus durch die Landesanstalt für Landwirtschaft festgelegt worden ist.

Ausgleichszahlungen für den Luchs (1998-2013)
   

Mit Stand vom 31. Dezember 2013 sind insgesamt 278 Begutachtungen erfolgt.
In 47 Fällen (= 17 %) wurde der Luchs als Verursacher festgestellt.

Pro Monat wurden damit für nachweislich vom Luchs verur-sachte Übergriffe auf Nutztiere und Gatterwild im Durchschnitt 32 € gezahlt (pro Jahr 380 €).

Neben Luchsübergriffen wurden vor allem Hunde und Füchse als Täter sowie "gewaltlose Todesursachen" (z.B. Krankheit, Verhungern) festgestellt.