Datenerfassung

In Bayern sind derzeit folgende Institutionen an der Datensammlung beteiligt:


Netzwerk Große Beutegreifer (ehem. Luchsberater)
Arbeitskreis Luchs Nordbayern
Arbeitsgemeinschaft Fischotter/Luchs
Nationalpark Bayerischer Wald
Naturpark Bayerischer
Wald e.V.
Bayerische Staatsforsten
Bundesforstbetriebe (TÜP)
 

Nur selten sind Luchsfährten so klar und eindeutig zu erkennen.

Von den Rohdaten zu Verbreitungskarten

Die Auswertung aller zugänglichen Daten erfolgt jährlich. Dabei werden die Meldungen auf einem 10x10 km Raster aufgetragen.

In Bayern werden die erfassten Daten seit dem Jahr 2002 anhand der SCALP-Kategorien klassifiziert. Diese Kategorien teilen die Daten nach ihrer Überprüfbarkeit ein und setzen daher strengere Maßstäbe an die Datengüte. Sie erfordern aber auch mehr Aufwand bei der Datenerfassung.

Die Daten werden für die Analyse nach Kategorien in eine Raum-Zeit-Matrix eingetragen. Pro Rasterquadrat erhält man so die Anzahl der Hinweise und wie sie sich über die verschiedenen Jahre verteilt haben. Damit erhält man einen Überblick über regelmäßiges, unregelmäßges oder sporadisches Luchsvorkommen in Bayern. Aus der Anzahl der Rasterquadrate mit regelmäßigen Hinweisen, lässt sich der Luchsbestand grob einschätzen.


Auswertungen bis zum Jahr 2002

Bis zum Jahr 2002 wurden alle gemeldeten Daten ungewichtet und rein nach ihrer Anzahl pro Rasterquadrat eingeteilt:
1-4 Daten pro Rasterquadrat pro Jahr gelten als "irreguläres Vorkommen", 4+ Daten als "reguläres Vorkommen".
Befinden sich Hinweise auf erfolgreiche Fortpflanzung unter den Daten, werden diese Quadrate als "bestätigte Fortpflanzung" gewertet. Alle Quadrate werden dann auf Karten aufgetragen und farbig unterschiedlich gekennzeichnet.

Für eine grobe Abschätzung von Bestandsgröße und -trend wurden dabei folgende Annahmen getroffen:

Ein erwachsener und territorialer Luchs benötigt 100 km² als Revier
Zählt man die Rasterquadrate der Kategorien "Reguläres Vorkommen" und "Bestätigte Fortpflanzung" zusammen, erhält man die Anzahl territorialer Tiere.
Die Anzahl der Rasterquadrate "Bestätigte Fortpflanzung" spiegelt die Fertilität der Population wider.

Um Daten, die von verschiedenen Institutionen oder Ländern gesammelt werden, miteinander vergleichen zu können, ist eine einheitliche Vorgehensweise bei der Behandlung der Daten notwendig.

Da sich Tschechien der SCALP-Klassifizierung bisher noch nicht angeschlossen hat, liegt eine länderübergreifende Datenauswertung der Böhmerwaldregion leider nur bis zum Jahr 2002 vor.